Manches ist völlig neue Funktionalität, anderes sind viele kleinere Verbesserungen an der Oberfläche, die den Arbeitsalltag ein bisschen klarer machen. Hier ist ein Überblick über die Neuheiten.
Zwei Funktionen, die es schon gibt
Zwei Funktionen sind erst kürzlich erschienen, und gut möglich, dass du sie schon ausprobiert hast.
Die erste ist ein Plugin für Photoshop. Es baut auf der Integration auf, die es für InDesign bereits gab, jetzt aber mit Photoshop. Genau wie in InDesign kannst du Bilder direkt platzieren, doch bei Photoshop geht es häufiger darum, ein Bild zum Bearbeiten zu öffnen. Du kannst jetzt ein Bild aus Mediaflow direkt in Photoshop öffnen, daran arbeiten und es wieder zurück in Mediaflow speichern, ungefähr wie eine integrierte Version unseres Öffnen und Speichern. Die Funktion ist Teil der Integration für Pro-Nutzer:innen und wird über die Creative Cloud installiert.

Die zweite Neuheit, Command Palette, verändert, wie du im gesamten System suchst und navigierst. Statt lange herumzusuchen, hast du einen einzigen Ort, an dem du praktisch alles erreichst, sowohl die Suche als auch Befehle wie das Herunterladen von Dateien oder das Erstellen von Weblinks.
„Es ist wie ein Hub innerhalb von Mediaflow, um alles Mögliche viel reibungsloser und einfacher zu erledigen", erklärt John Robertsson.
Ein wichtiger Teil der Palette ist das, was Mediaflow kontextuelle KI-Suche nennt. Statt nur Suchbegriffe einzugeben, kannst du beschreiben, was du suchst, und steuern, welche Inhalte du tatsächlich bekommst. Willst du eine Katze, genügt natürlich das Wort „Katze", doch die eigentliche Stärke liegt in den Beschreibungen, etwa eine Katze, die auf einem Sofa sitzt, während die Sonne durchs Fenster scheint.
Der Rat lautet, so konkret wie möglich zu sein.
„Je klarer du bist, desto einfacher wird es", sagt John.
Gleichzeitig lohnt es sich, die Grenzen zu kennen. Die KI kennt Dinge wie einzelne Straßen, Adressen oder Städte nicht, deshalb liefert „das Haus in der Kungsgatan mit rotem Dach" ein schlechteres Ergebnis als schlicht „ein Haus mit rotem Dach".

Neue Weblinks für echte Zusammenarbeit
Weblinks gehören zu den beliebtesten und meistgenutzten Funktionen in Mediaflow, und sie werden jetzt von Grund auf neu gebaut, statt nur erweitert zu werden. Die Grundfunktionen bleiben, du teilst und empfängst Dateien, aber alles geschieht in einer völlig neuen Oberfläche mit viel mehr Raum für Zusammenarbeit.
Eine der größten Neuerungen sind Kommentare, die sich mit bestimmten Teilen einer Datei verknüpfen lassen. Statt „entfernt den Laternenpfahl rechts" zu schreiben, kannst du einen Punkt im Bild setzen und genau auf den Laternenpfahl zeigen, den du meinst, sodass die empfangende Person sofort versteht. Auch Freigabe-Workflows werden visuell klarer, mit Status, der direkt im Weblink durch Farben und Symbole markiert wird.
Außerdem wird der Weblink auf neue Weise ins System geholt. Früher führte er ein Eigenleben außerhalb von Mediaflow, doch jetzt kannst du den Link, alle Kommentare und die Arbeit daran sehen, ohne irgendwohin wegklicken zu müssen. Dazu kommt die Möglichkeit, den Weblink im eigenen Branding zu gestalten, ähnlich wie bei der neuen Startseite, sodass klar deine Organisation ihn verschickt.
„Wir wollen, dass daraus ein echter Kollaborationslink wird, mehr als nur Dateien senden und empfangen", sagt John.
Nach aktuellem Plan kommt das irgendwann nach dem Sommer, im dritten Quartal. Die Oberfläche selbst ist bereits fertig.

KI-Kennzeichnung vor der KI-Verordnung
Die nächste Funktion hängt mit der neuen KI-Verordnung der EU zusammen, dem Regelwerk, das festlegt, wie KI-generiertes Material verwendet und gekennzeichnet werden darf. Die Anforderungen verschärfen sich, je mehr KI-Material wir nutzen, und ein zentraler Teil tritt am 2. August 2026 in Kraft.
Was tatsächlich gilt, hat die Anwältin Katarina Ladenfors erläutert. Im Kern geht es um sogenannte Deepfakes, also KI-generierte oder KI-manipulierte Inhalte in Form von Bild, Ton oder Video. Es muss nicht um Menschen gehen, es kann genauso gut ein Ort sein, etwa ein Wäldchen oder ein Bild an einem See, das für die betrachtende Person authentisch wirkt.
Laut Artikel 50 der Verordnung ist ein klarer Hinweis erforderlich, dass der Inhalt künstlich erzeugt oder manipuliert wurde.
„Das muss auf klare und erkennbare Weise zum Zeitpunkt der ersten Interaktion geschehen", sagt Katarina Ladenfors.
Eine Pflicht zu einem bestimmten Symbol gibt es dagegen nicht. Text kann genügen, und es muss auch erkennbar sein, woher der Inhalt stammt, zum Beispiel, ob er in einem bestimmten System erzeugt wurde.

Für die Nutzer:innen von Mediaflow bedeutet das eine neue Funktion im System. Du kannst eine Datei als von KI erzeugt oder verändert kennzeichnen, einen Freitext dazu ergänzen, was geändert wurde oder woher sie stammt, und die Kennzeichnung wandert dann mit der Datei an die Stellen, an denen das Bild verwendet wird. Perspektivisch ist das Ziel, den Ursprung automatisch zu erkennen, auf Grundlage der Standards, die gerade entwickelt werden.
Das unterscheidet sich von den Farbmarkierungen, auf die Kund:innen früher hingewiesen wurden. Mit der neuen Funktion bekommst du pro Datei einen Freitext und ein klares Symbol, das zeigt, dass es sich um KI handelt, ohne dass jemand interne Regeln kennen muss, was Rot oder Orange bedeutet. Das wird auch für Webredakteur:innen und andere außerhalb der Administration verständlich, und die Farbmarkierungen werden für anderes frei.
Mit neuer Gesetzgebung Schritt zu halten, ist für Mediaflow nichts Neues, schließlich wurden zuvor schon die DSGVO und die Barrierefreiheitsanforderungen für Video bewältigt. Der Gedanke ist hier derselbe: Die Funktion soll rechtzeitig bereitstehen, damit niemand warten oder in der Zwischenzeit eine eigene Lösung bauen muss. Die Frist am 2. August ist verbindlich, und obwohl sie mitten in die Urlaubszeit fällt, ist der Anspruch klar.
„Es war eine klare Anforderung und ein Wunsch von meiner Seite, dass es fertig ist, wenn es in Kraft tritt", sagt John.
Video trimmen mit Skip Chapters
Eine Funktion, die sich viele Nutzer:innen über die Jahre gewünscht haben, ist die Möglichkeit, Videoclips direkt in Mediaflow zu trimmen, vor allem bei Livesendungen. Sie heißt Skip Chapters, weil sie auf Kapiteln beruht, die die zuschauende Person automatisch überspringt.
Stell dir eine längere Sendung vor, mit einem Intro am Anfang, etwas Überflüssigem am Ende und ein paar Pausen dazwischen. Statt das Video herunterzuladen, zu schneiden und wieder hochzuladen, legst du ein ganz normales Kapitel an und markierst es zum Überspringen. Erreicht der Player diese Stelle, läuft er automatisch daran vorbei. Die Teile werden nicht komplett versteckt, die zuschauende Person kann trotzdem ins Kapitel klicken und bekommt dann einen kleinen Button, der vorschlägt, es zu überspringen.
John legt Wert darauf, zu beschreiben, was es ist, und was nicht.
„Es ist keine Bearbeitungsfunktion, sondern eine unkomplizierte Möglichkeit, Teile wirklich zu überspringen, die man nicht haben will", sagt er.
Das Original bleibt also unberührt, und die Statistik bleibt an einem Ort gebündelt, statt sich aufzuteilen, wenn ein Video ausgetauscht wird. Die Funktion sitzt im Video Manager, in den Versionen mit Zugang zu Kapiteln, und wird in den nächsten Tagen ausgerollt. Gut möglich, dass sie schon draußen ist.

Ein neuer Designgenerator ist unterwegs
Für alle, die mit Vorlagen und dem Designgenerator arbeiten, kommt im Herbst eine neue Oberfläche. Das Menü zum Speichern, Teilen und Herunterladen ist an den oberen Rand gewandert, die Seiten sind nach links gerückt, während die Werkzeugleiste rechts bleibt. Im rechten Panel lassen sich Objekte jetzt unter Überschriften gruppieren, für einen besseren Überblick. Die vielleicht wichtigste Änderung ist, dass sich in der grafischen Übersicht in der Mitte deutlich mehr direkt bearbeiten lässt, etwa Größen, was vorher nicht möglich war. Ein neuer Button zeigt dir außerdem alle bearbeitbaren Felder an, praktisch bei Vorlagen mit vielen Elementen.
Dieses Update wird zunächst an eine Auswahl von Kund:innen ausgerollt, die beim Testen helfen, bevor es für alle verfügbar wird.

Weiter voraus: Sitzungssysteme, CDN und neue Medienportale
Noch weiter voraus gibt es weitere Pläne.
Eine kommende Neuheit ist eine Integration für Sitzungssysteme, also die Systeme, die Tagesordnung, Redner:innen und Abstimmungen etwa bei Gemeinde- oder Regionalratssitzungen verwalten. Heute müssen solche Übertragungen außerhalb der Play-Portale von Mediaflow liegen, doch die Integration macht es möglich, eine gebündelte Ansicht mit Redner:innen, Tagesordnung, etwaigen Abstimmungen und Livevideo direkt ins Portal einzubetten. Zuerst kommt Presidium, entwickelt von Digitalstudion, und diese Integration ist bereits verfügbar. Als Nächstes folgt Cybercaster von Wallén Media, beides etablierte Anbieter, mit denen Mediaflow mehrere gemeinsame Kund:innen hat.
Ebenfalls nah ist die Möglichkeit, Mediaflow an ein CDN anzubinden, ein Content Delivery Network. Für alle, die Dateien an sehr große Zielgruppen verteilen, zum Beispiel über eine Website oder einen Newsletter mit großer Reichweite, bedeutet das eine zuverlässigere Auslieferung, die auch hohen Traffic verkraftet. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Datei einen klaren Ursprung bekommt. Löschst du sie in Mediaflow, verschwindet sie überall, statt an verschiedenen Stellen manuell entfernt werden zu müssen.
„Es wird sozusagen ein Origin, wie man so sagt", sagt John. Mit anderen Worten, es wird nachvollziehbarer.
Schließlich ist im Laufe des Jahres eine neue Version der Medienportale unterwegs. Die Medienportale gehören zu den meistverkauften Produkten von Mediaflow, und die neue Version soll deutlich flexibler werden, mit mehr Spielraum, Design und Inhalte zu ändern. Bestehende Kund:innen können reibungslos umsteigen und erhalten Zugang zu mehr Funktionalität.
Kurz zusammengefasst
Es gibt viel, worauf du dich freuen kannst. Manches steht schon zum Ausprobieren bereit, anderes kommt nach dem Sommer und im Herbst, und im Herbst warten weitere Webinare.